Historie des Bogensports

PDFDruckenE-Mail

 

Der Bogen als Waffe

 

Durch Funde altsteinzeitlicher Höhlenmalereien wurde die Entstehung des Bogens bereits bis vor 45.000Jahre v.Chr. nachgewiesen.

 

Der älteste bekannte Bogen-Fund, im Holmegaardmoor auf Seeland in Dänemark, ist ca. 10.000 Jahre alt.

 

Als archäologischer Jahrhundertfund wurde der wohl älteste Bogenschütze, die Mumie des über 5.000Jahre alten Gletschermann’s aus den Ötztaler Alpen („Ötzi“), bekannt. Bei Ihm wurden neben Pfeil und Bogen auch Werkzeuge zur Herstellung von Pfeilen und Pfeilspitzen gefunden.

 

 

 

(Höhlenmalerei aus Valtorta/Spanien)

 

Ursprünglich zur Jagd verwendet, wurde der Bogen schließlich auch als Kriegswaffe eingesetzt.

Über Jahrtausende war der Bogen die Hauptwaffe verschiedener Kulturen, wurde von Diesen aber unterschiedlich bewertet.

Bei den Ägyptern galt er als Waffe des Feiglings, der den Nahkampf fürchtet.

Für die Germanen war er knabenhaft und tückisch.

Vielen orientalischen und asiatischen Kulturen hingegen galt er als königliche Waffe.

Die Assyrer führten berittene Bogenschützen ein und erfanden den „Recurve“-Bogen.

 

Der wohl bekannteste Kriegsbogen ist der, aus Eibe gefertigte, englische Langbogen. Selbst gegen gepanzerte Ritter war der Einsatz dieses Bogens verheerend.


In nahezu allen entscheidenden Schlachten des 100-jährigen Krieges haben englische und walisische Langbogenschützen den Kriegsausgang mitentschieden.

 

 

 

(Schlacht von Azincourt) 

 

Durch die Entwicklung von Feuerwaffen, vor Allem der Repetierwaffen, verlor der Bogen dann schnell seine Bedeutung als Kriegsgerät.

 

 

Der Bogen als Sportgerät


Der aus China nach Japan eingeführte Konfuzianismus lehrte das Bogenschießen als geeignete Form zur Bildung der vollkommenen Persönlichkeit. Diese Lehre hatte schon im 4. Jahrhundert in den japanischen Adelskreisen begeisterten Anklang gefunden.


In England, dem Ursprungsland dieses Sports, entwickelte sich das Bogenschießen zu einer Sportart mit festen Regeln. Bereits 1583 fand in London ein Wettkampf mit 3000 Bogenschützen statt und schon Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die ersten englischen Bogenclubs gegründet. Im 19. Jahrhundert kam das Bogenschießen als Sportart zunehmend in Mode, daher ist es wohl die älteste technische Sportart der Neuzeit.

 

Der Bogensport wurde in allen Kulturkreisen schon früh nicht nur als reiner Männersport angesehen. Im asiatischen Bereich, speziell in Indien, aber auch an europäischen Höfen, schossen viele Frauen.

Im Mittelalter wurden hier nachweisbar auch sportliche Bogenveranstaltungen durchgeführt.

Bogenschießen gehört sei 1972 zu den Olympischen Sportarten.

Zuvor war es bereits in den Jahren 1900, 1904, 1908 und 1920 im Programm der Olympischen Spiele vertreten. Wurde dann aber wieder aus dem Programm genommen, weil es, unter Anderem, weder einen internationalen Bogenverband noch einheitliche Regeln gab.


Der internationale Bogensportverband, Fédération Internationale de Tir à l'Arc ( FITA ) wurde 1931 auf polnische Initiative in Lvow (Polen) gegründet. Dort fanden im Gründungsjahr auch die ersten Weltmeisterschaften statt. Diese wurden nun regelmäßig außerhalb der Olympiade im zweijährigen Turnus abgehalten.

2011 wurde die FITA in die "World Archery Association", kurz "WA", umbenannt.